Der Antifaschistische Oktober in Offenburg und Emmendingen: Ein Rückblick

Bündnisarbeit und Mobilisierung

Als im Frühjahr bekannt wird, dass die lokalen Nazis unter Florian Stech wie schon 2010 eine Demonstration im Oktober planen, reaktiviert sich das Antifaschistische Bündnis Ortenau. Im Vergleich zum letzten Jahr ist nun ein halbes Jahr Zeit, um den Protest und Widerstand zu organisieren. Verschiedene linke und revolutionäre Antifagruppen und Einzelpersonen aus Offenburg und der Region treffen sich regelmäßig.

Ein Blog geht online, auf dem die aktuellen Entwicklungen nachgelesen werden können, es werden Texte, Aufkleber, Flyer und Plakate erstellt und verteilt, Interviews gegeben und es finden Info-Veranstaltungen in mehreren Städten in der Region statt.

Parallel dazu nimmt ein gewerkschaftlich orientiertes Bündnis wieder seine Arbeit auf und plant für den 22.10. verschiedene Aktionen verteilt in der Innenstadt.

Nazis im Netz…

Der Blog der Freien Kräfte Ortenau, die zum Naziaufmarsch am 22.10. aufrufen, trieft vor unverhohlenem Antisemitismus, menschenverachtendem Rassismus und widerlichen Mordfantasien gegen Linke. Auf Facebook malen sich Stech und seine Online-Nazis detailliert aus wie es wäre, einen Linken endlich mal ungestraft in Notwehr umbringen zu können.

…und auf der Straße

Seit dem misslungenen Naziaufmarsch am 23.10.2010 nimmt die Zahl der Naziübergriffe in Offenburg massiv zu. Das quasi selbstverwaltete Jugendzentrum Kessel scheint hier den Faschist_innen besonders ein Dorn im Auge zu sein. Immer wieder tauchen sie dort in kleinen oder großen Gruppen auf, suchen das „Gespräch“, schüchtern ein oder greifen gleich zur Gaspistole.

Es tauchen auffällig viele faschistische Aufkleber in der Innenstadt auf, besonders an für die Nazis wichtigen historischen Tagen.

Am 24.09.2011 findet in einem Gasthaus in der Offenburger Innenstadt eine Veranstaltung zum Thema „Die Beeinflussung und Macht der Medien“ mit dem Unternehmensberater und Nazi Wolfgang Grunwald aus Ballrechten-Dottingen bei Freiburg statt. Gerufen hat der bekannte, aus der Region stammende Nazi Nicolai Hessmann, gekommen sind ca. 10 Nazis.

Der 1. Oktober und seine Folgen

Auf dem Pendler-Parkplatz am Autobahmzubringer Riegel richten die Nazis einen Schleußungspunkt ein. Hier sollen die Kamerad_innen von in seinem Auto sitzenden Stech zu einer Geldbeschaffungsparty für den 22.10. gelotst werden. Der Parkplatz wird von einer Gruppe Antifaschist_innen beobachtet. Als Stech sie bemerkt, fährt er mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu und erfasst einen 21jährigen Antifaschisten. Dieser wird durch den Aufprall so schwer verletzt, dass er auf der Intensivstation in einem Freiburger Krankenhaus behandelt werden muss. Es werden Gehirnblutungen und schwere Prellungen diagnostiziert.

Stechs Auto und sein Führerschein werden eingezogen, er selbst bleibt auf freiem Fuß und macht sich wenige Tage später auf seiner neuen Facebookseite mit seinen Kamerad_innen über den Schwerverletzten lustig.

Parallel dazu ermittelt die Polizei gegen acht der auf dem Parkplatz anwesenden Antifaschist_innen.

Stech tritt als Anmelder der Nazidemo zurück. Für ihn springt der ebenfalls bekannte Nazi Alexander Franke aus Whyl ein.

5. Oktober: Spontandemo im abendlichen Offenburg

Die Wut über Stechs Tat ist groß. Das Bündnis „enough is enough“ ruft für den 5. Oktober um 19 h 15 in Offenburg zu einer Spontandemo auf.

Über 200 Antifaschist_innen kommen aus ganz Baden-Württemberg und mit ihnen mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei und Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE).

Unter Offenburgs neuem Polizeichef Peter Dieterle fährt die Polizei eine knallharte und aggressive Linie. Die Demonstrant_innen werden von Anfang an gefilmt, durchsucht und andersweitig schikaniert. Der Staatsschutz und andere Zivilpolizei ist mit mehreren Beamt_innen anwesend. Antikonflikt-Beamte decken Körperverletzungen durch BFE’ler_innen, indem sie abwiegeln, bestreiten und sich weigern, die Dienstnummern zu nennen. Der Willkürstaat zeigt seine hässliche Fratze und nicht wenig Passant_innen sind darüber erschrocken.

Als die Demonstration endlich losgehen kann, ist sie von einem engen Spalier der Polizei umgeben.

Das Wort „Wanderkessel“ passt hier wie die Faust aufs Auge. Weder sind die Transparente zu lesen, noch kommt es zu einen positivem Bild der Demo nach außen.

Als kurz vor dem Demoende im Wanderkessel in den vorderen Reihen ein Bengalo und zwei Böller gezündet werden, greift die Polizei zu: Die Demo wird gespalten, der vordere Teil gekesselt. Über 130 Menschen werden einzeln aus dem Kessel zur Personalienaufnahme, Durchsuchung und Abfilmung zu den bereit stehenden mobilen Büros abgeführt. Der nicht vorhandene Ermittlungsausschuss für diesen Abend wird spontan vor Ort improvisiert. Gegen 23 Uhr ist der Spuk vorbei und die letzten Leute können mit den letzten Zügen oder auf sie wartende Genoss_innen nach hause fahren.

Der Antifaschistische Aktionstag am 8. Oktober

Drei Tage später findet der lange vorbereitete Aktionstag statt. Mehrere hundert Flyer zum Aktionstag und dem 22.10. werden auf dem Wochenmarkt in der Innenstadt verteilt.

Ab 12 Uhr wird das Straßenfest am Kessel aufgebaut und die Vokü fängt mit dem Schnippeln an.

Die Demo, auf 15 Uhr angesetzt, kann erst um 16 Uhr 30 starten, da es lange Verhandlungen um die gegen das Versammlungsrecht verstoßenden Auflagen gibt und etliche Antifaschis_innen am Bahnhof und den Autobahnzubringern von Polizeikontrollen aufgehalten werden. So werden Fahnen, Transparente und Kleidungsstücke beschlagnahmt. Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass die Behörden das vor über zwei Jahren abgelehnte neue Versammlungsrecht durch die Hintertür einführen wollen: Sie verlangen die Personalien aller Ordner_innen. Dies verstößt gegen das momentane Versammlungsrecht. Aus pragmatischen Gründen wird dem nachgegeben. Es finden sich acht Menschen, die das Spiel mitspielen. Politisch gesehen ist das ein falsches Signal an die Behörden.

Währenddessen werden die Wartenden von Polizeibeamt_innen in Uniform und Zivil mit Teleobjektiven fotografiert.

Nach dem Verlesen der schikanösen Auflagen, einem Rap von Holger Burner und einem Redebeitrag des Antifaschistischen Bündnisses Ortenau geht es in einem lockeren Polizeispalier endlich los. In der Innenstadt hat die Demo eine gute Außenwirkung: Viele Passant_innen bleiben stehen, hören sich die Redebeiträge an und nehmen die verteilten Flyer entgegen. Als die Demo in Richtung der bei den lokalen Nazis beliebten Kneipe „Biermichel“ zieht, wird diese von der Polizei besonders abgeschirmt.

Nach dem Ende der Demo gehen die meisten Teilnehmer_innen zum Straßenfest am Kessel, wo es vegane Vokü vom Freiburger Küchenkollektiv „Maulwürfe“, heiße Getränke und mehrere Infotische gibt.

Abends feiert die Menge gemeinsam mit The Blues Against Youth, Holger Burner und der Do Läuft’s Crew bis in die Nacht.

Der 22. Oktober: Historisch und in der Gegenwart

Für geschichtsbewusste Menschen ist der 22. Oktober nicht nur irgendein Tag. Vor 71 Jahren, am 22. Oktober 1940, wurden im Rahmen der „Wagner-Bürckel-Aktion“ die Badischen und Saar-Pfälzischen Jüd_innen ins Lager Gurs in Frankreich deportiert. Über 6500 Menschen wurden in das berüchtigte Lager verschleppt. Viele von ihnen überlebten die Shoa nicht.

Genau diesen Tag haben sich die Nazis für ihre Demonstration ausgesucht und verhehlen die wahren Gründe dafür nicht:

„Die kühnste Behauptung war jedoch, wir würden absichtlich am 70. Jahrestag, der Deportierung der badischen Juden ins Lager Gurs aufmarschieren, um zu provozieren!! Ich danke der Presse dafür, denn von nun an haben wir einen guten Grund, in jedem Jahr an genau diesem Datum einen Aufmarsch zu organisieren!“

Wir haben es hier nicht mit Leugner_innen der Shoa zu tun, welche es in der Nazi-Szene zu Hauf gibt, sondern mit Nazis, die den Völkermord an den europäischen Jüd_innen höhnisch kommentieren und ganz bewusst am Jahrestag von Gurs die Toten verspotten wollen.

Doch es kommt anders. Der 1. Oktober beginnt sich auszuwirken. Franke nimmt die Anmeldung für die Demo in Offenburg ganz zurück. Das Nazi-Blog geht offline. Offiziell wird es vom Netz genommen, weil dessen Inhalte gegen die Betreiberrichtlinien von Logr.org verstoßen und illegale Inhalte enthalten würden. Intern scheint sich die südbadische Nazi-Szene selbst zu zerfleischen. Der 1. Oktober und das Gebaren Stechs waren hier nur der Tropfen, der das braune Fass zum Überlaufen bringt (lest hierzu das Communique der Autonomen Antifa Freiburg).

Am 11. Oktober wird bekannt, dass die Nazis ihre Demo in Emmendingen unter dem Motto „Gegen linken Terror – Nationalen Sozialismus erkämpfen!“ angemeldet haben. Ein neues Blog samt neuem Aufruf geht online. Die Rednerliste der Nazis ändert sich. So steht z.B. Stech nicht mehr auf der Tagesordnung. Auch die Unterstützerliste erfährt ein Update.

In Emmendingen gründen innerhalb weniger Tage engagierte Bürger_innen das breite Bündnis „Emmendingen nazifrei“, in dem über 50 Gruppen, Parteien und viele Einzelpersonen aktiv werden.

Die linksradikale Szene in Baden-Württemberg mobilisiert nun massiv nach Emmendingen, was sich sehr schön an den über 15 Zugtreffpunkten ablesen lässt.

Auch die Landespolizei mobilisiert in ihrer Szene stark nach Emmendingen. Von sieben Hundertschaften ist in einem Kooperationsgespräch mit Emmendingen nazifrei die Rede. Schließlich soll „Emmendingen an diesem Tag die sicherste Stadt in Baden-Württemberg“ werden.

Am 17. Oktober tut die Stadt Emmendingen das, was sich die Stadt Offenburg nicht getraut hat: Sie verbietet die Nazi-Veranstaltung. Das Verbot wird mit der Gefahrenlage und dem Jahrestag der Deportation begründet.

Und auch das Emmendinger Bündnis hält wie das Offenburger und das Antifaschistische Bündnis Ortenau an seiner Planung fest. Niemand will den Nazis den Tag, egal wo, überlassen.

Auch weil aus Erfahrung bekannt ist, dass Verbote dieser Art oft vom zuständigen Verwaltungsgericht außer Kraft gesetzt werden, wenn die Nazis Widerspruch einlegen.

Am Freitag erhalten unzählige Antifaschist_innen Post von der Emmendinger Stadtverwaltung. Es ist keine freundliche Einladung zum Protest gegen die Nazis, sondern ein Aufenthaltsverbot für den gesamten Stadtbereich am Samstag. Das Verwaltungsgericht Freiburg kassiert den Sofortvollzug jedoch, womit die Aufenthaltsverbote hinfällig werden.

Wieder folgt eine Überraschung: Die Nazis lassen die Frist, die auf Freitag, 18 Uhr angesetzt ist, verstreichen und veröffentlichen schon am Tag zuvor auf ihrem Blog:

Demo bleibt verboten

Die Demonstration bleibt verboten und wird somit am 22. Oktober nicht stattfinden. Wir bedanken uns für die große Unterstützung aus Baden-Württemberg und aus anderen Teilen Deutschlands und melden uns bald wieder zurück mit neuen Taten – vielleicht schneller, als es so manchem Volksfeind lieb ist…

Die Demoleitung“

So passiert das, womit kaum jemand gerechnet hat. Der 22.10.2011 geht ohne Nazis über die Bühne. In Emmendingen kommen über 1000 Menschen auf dem Marktplatz zum Bunten Markt für Toleranz und Demokratie von Emmendingen nazifrei zusammen. Die Innenstadt ist völlig in der Hand der sieben Hundertschaften. Kameraüberwachung des Marktplatzes aus den Rathausfenstern heraus und Pferdestaffel inklusive. Dazu kommen mehrere hundert Antifaschist_innen aus ganz Baden-Württemberg, die um 12 Uhr 30 eine Spontandemo anmelden und begleitet von einem völlig irren Polizeiaufgebot zum Festplatz ziehen, der ursprünglich als Versammlungsort der Nazis angedacht war.

In Offenburg setzen sich 80 Menschen gegen 14 Uhr 30 zu einem Schweigemarsch vom Lindenplatz zum Marktplatz in Bewegung. Die vorderen Reihen tragen Koffer und Schilder mit Namen von jüdischen Offenburger_innen, die 1940 nach Gurs deportiert wurden. Verschiedene Aktionen des Offenburger Bündnisses und ein Konzert an der Ursulasäule finden ebenfalls statt.

Der 22.10.2011 geht ohne Nazis in den Straßen Südbadens zu Ende. Gerüchte über einen Aufmarsch in Lörrach werden nicht bestätigt.
Natürlich kündigen sie

…neue(n) Taten – vielleicht schneller, als es so manchem Volksfeind lieb ist…“

an.

Bündnisarbeit ist nicht leicht. Der kleinste gemeinsame Nenner „Gegen Nazis“ war der Fokus im Oktober. Engagierte zivilgesellschaftliche Bündnisse und eine starke link(sradikal)e Mobilisierung haben die Nazis der Region für diesen Tag in ihre Schranken verwiesen.

Überschattet wird dieser Monat vom 1. Oktober. Hier und in den Facebook-Kommentaren zeigt sich die rücksichtslose Brutalität und Menschenverachtung der südbadischen Nazis. Auch wenn sie innerhalb ihrer Szene zerstritten sind, dürfen wir sie nicht belächeln oder ignorieren. Der nächste faschistische Spuk wird kommen. Wir werden auch gegen ihn auf den Straßen sein. Alle zusammen.

Haltet euch auf dem Laufendem, verhindert gemeinsam Naziaufmärsche und krempelt die ganze Scheiße um!

Siamo tutti antifascisti!

Antifaschistisches Bündnis Ortenau am 27.10.0211

(Fotos zum Text findet ihr auf Indymedia Linksunten.)

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Stattfinden des Naziaufmarsch in Emmendingen weiter unklar – Mobilisierung wird aufrecht gehalten!

Nach eigenem Bekunden wollen die südbadischen Nazis ihren von Offenburg nach Emmendingen verlegten  Naziaufmarsch jetzt am Samstag, den 22.Oktober,  nicht durchführen! Dies haben sie auf ihrer eigenen  Homepagen veröffentlicht.

Doch den FaschistInnen ist nicht zu trauen. Es kann durchaus sein, dass diese eine weitere  Ausweichmöglichkeit in petto haben und an einem  anderen Ort in Südbaden kurzfristig eine Aktion  durchführen wollen.

Um schnell reagieren zu können und den  FaschistInnen auch an einem anderen Ort gemeinsam  und organisiert entgegentreten zu können, halten wir an unserer Mobiliserung nach Südbaden und auch  den bisherigen (Zug-)Zeiten fest.

Zugtreffpunkte findet ihr hier.
Infotelefon: 0176 – 990 591 70

Kommt weiterhin nach Emmendingen und Südbaden.  Gemeinsam den Naziaufmarsch verhindern,in  Offenburg, Emmendingen oder sonstwo! Kein Fußbreit den FaschistInnen!

Antifaschistisches Bündnis Ortenau, 21.10. 2011.

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Den Naziaufmarsch in Emmendingen verhindern!

Am Samstag, den 22.10.2011, wollen Nazis aus der Region unter dem Motto „Gegen linken Terror – Nationalen Sozialismus erkämpfen!“ in Emmendingen aufmarschieren. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Ortenau ruft dazu auf, sich an den Protesten dagegen zu beteiligen.

Nachdem die Demonstrationsanmeldung für den 22.10. in Offenburg von den Nazis zurückgenommen wurde (Hierbei spielte sicher der Vorfall in Riegel eine große Rolle), haben sie unter dem oben genanntenn, neuen Motto ihren Aufmarsch nach Emmendingen verlegt.

Innerhalb weniger Tage hat sich ein breites Bündnis aus der Emmendinger Zivilgesellschaft gegründet: Emmendingen nazifrei veranstaltet den ganzen Tag über auf dem Marktplatz einen Bunten Markt für ein tolerantes und demokratisches Emmendingen. Um 10 Uhr 30 findet dort auch eine Kundgebung statt.

Die Nazis wollen sich auf dem Festplatz, ca. 10 Minuten Fußweg vom Marktplatz, treffen. Getrennt sind die beiden Plätze durch die von Nordwest nach Südost verlaufenden Bahngleise (siehe Übersichtskarte).

Am 17.10. wurde der Naziaufmarsch von der Stadtverwaltung verboten. Das wird einerseits mit dem „zu erwartenden Gefahrenpotential“ und andererseits mit dem geschichtsträchtigen Datum begründet: Auch aus Emmendingen wurden am 22.10.1940 jüdische Menschen in das Konzentrationslager Gurs in Frankreich deportiert.

Es ist zu erwarten, dass dieses Verbot vom zuständigen Gericht gekippt wird.

Kommt alle um 10 Uhr 30 zur Kundgebung auf dem Marktplatz in Emmendingen!
Den Naziaufmarsch verhindern! Kein Fußbreit den Faschisten und Faschistinnen!

Die Nummer des Ermittlungsausschusses (EA) für diesen Tag lautet 0761 – 409 72 51

Für weitere Infos: www.emmendingennazifrei.wordpress.com

Die Zugtreffpunkten sind hier.

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Am 22. Oktober auf nach Emmendingen! Nazi-Aufmärsche verhindern – egal wo!

Wie verschiedene Presseberichte angedeutet haben, ist es nun öffentlich, dass die Nazis am 22. Oktober weiter in die Region Ortenau/Südbaden mobilisieren, jedoch ihren Ort gewechselt haben. Der neue Ort für ihren Aufmarsch ist die Stadt Emmendingen.

Wir als Antifaschistisches Bündnis Ortenau rufen dazu auf, am 22. Oktober nach Emmendingen zu fahren, um entschlossen und konsequent zu zeigen, dass wir Nazi-Aufmärsche nirgendwo dulden! Die aktuellen Zugtreffpunkte erfahrt ihr in den nächsten Tagen von uns.
Die Nazis mobilisieren unter dem Motto „Gegen linken Terror – Nationalen Sozialismus erkämpfen!“ auf 12 Uhr an den Bahnhof in Emmendingen.

Angesichts der Tatsache, dass am 1. Oktober der faschistische Ortenauer NPD-Kader Florian Stech in Riegel im Landkreis Emmendingen fast einen Antifaschisten zu Tode gefahren hat, ist es für uns umso wichtiger geworden, dass wir dafür sorgen müssen, dass rechter und faschistischer Ideologie Einhalt geboten wird.

Achtet auf weitere Ankündigungen!
Nie wieder Faschismus!
Am 22. Oktober auf nach Emmendingen!

Antifaschistisches Bündnis Ortenau
13. Oktober 2011

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Bericht vom Antifaschistischen Aktionstag in Offenburg

Ungeachtet der unklaren Situation bezüglich des geplanten Naziaufmarsch in Offenburg am 22.10. fand am vergangenen Samstag, dem 8. Oktober, in Offenburg ein Antifaschistischer Aktionstag statt. Ziel dieses Tages war es, dem rechten Treiben in der Region eigene antifaschisitsche Akzente entgegenzusetzen und eine Öffentlichkeit für die Problematik zu schaffen.

Los ging es mit einer kleinen Aktion auf dem Offenburger Markt: Es wurden Flyer verteilt, Diskussionen geführt und für die Demonstration am Nachmittag geworben.

Zweiter Teil des Aktionstages war eine antifaschistische Demonstration durch die Innenstadt.

Ab 15:00 Uhr sammelten sich dann auch immer mehr Menschen am Bahnhof. Doch Stadt und Polizei taten alles, um uns Steine in den Weg zu legen und sorgten dafür, dass die Demonstration erst mit 1 ½ -stündiger Verspätung starten konnte. Die Schikanen beinhalteten Vorkontrollen am Bahnhof und am Autobahnzubringer, Beschlagnahmungen von Kapuzenpullovern etc. sowie völlig überzogene Auflagen wie Beschränkunge der Größe und Anzahl von Fahnen und Transparenten. Der Gipfel war die Forderung nach Offenlegung der Personalien sämtlicher Ordner_innen und die darauf hin folgende Ablehnung mehrerer Ordner_innen.

Die Demo konnte schließlich doch noch laufen. Auch vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Riegel, wo ein Antifaschist von dem Offenburger Nazi Florian Stech angefahren und dabei schwer verletzt wurde, demonstrierten etwa 150 Menschen durch die gut gefüllte Offenburger Fußgänger_innenzone. Die Kundgebungen wurden zeitweise von über 100 Passant_innen verfolgt und sehr positiv aufgenommen. Entschlossen und lautstark konnte so ein öffentlichkeitswirksames Zeichen gesetzt werden gegen Faschismus und gegen die rechten Umtriebe in der Ortenau.

Nach der Abschlusskundgebung machte sich der Großteil der Demoteilnehmer_innen auf zum Jugendzentrum Kessel. Dort wartete schon ein Straßenfest mit leckerer Vokü und zahlreichen Infotischen auf die Ankömmlinge.

Den Abschluss des Tages bildete ein Konzert mit „The Blues Against Youth“, „Holger Burner“ und der Offenburger „Do läufts Crew“, die kurzfristig einspringen konnte.

Alles in allem kann dieser Antifaschistische Aktionstag positiv bewertet werden, auch wenn die Behörden alles daran gesetzt haben das zu verhindern. Wir lassen uns nicht einschüchtern.

Kommt am 22.10. zu den Antifaschistischen Aktionen: Egal was die Nazis nun planen, ob in Emmendingen, Offenburg oder sonstwo, wir werden da sein. Haltet die Augen offen, achtet auf Ankündigungen.

Kein Fußbreit den Faschisten!

Antifaschistisches Bündnis Ortenau

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Nazi-Aufmarsch am 22. Oktober abgesagt! Kommt zum Antifaschistischen Aktionstag am 8. Oktober!

Berichten zufolge wurde der Nazi-Aufmarsch in Offenburg von den Nazis abgesagt. Quelle.

Eine Einschätzung dieser neuen Situation unsererseits folgt in den nächsten Tagen.

 

Kommt alle zum Antifaschistischen Aktionstag am Samstag in Offenburg!

Mehr zum 8. Oktober

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[EM/FR] Antifaschist vom Offenburger Nazi Florian Stech angefahren

Am 1. Oktober 2011 wurde ein Antifaschist in Riegel (Landkreis Emmendingen) von einem Offenburger Neonazi angefahren und hierbei schwer verletzt. Bei dem Täter handelt es sich um den stadtbekannten Offenburger Nazikader Florian Stech. Der Antifaschist wurde in ein Freiburger Krankenhaus eingeliefert und muss seither auf der Intensivstation behandelt werden.

Im Rahmen der Mobilisierung neonazistischer Gruppen zu einem Aufmarsch am 22. Oktober 2011 in Offenburg, sollte am vergangenen Samstag eine Party im Großraum Emmendingen stattfinden. Am Schleusungspunkt der Neonazis beobachteten AntifaschistInnen das rechte Treiben.

Der vor Ort in seinem Fahrzeug wartende, überregional bekannte Neonazi Florian Stech bemerkte die Antifaschisten und beschleunigte unverholen. Mit hoher Geschwindigkeit fuhr er gezielt – offensichtlich mit der Absicht den in der Nähe von seinem Auto befindlichen Antifaschisten schwer zu verletzen – los. Der Antifaschist wurde von dem Auto erfasst und über den Wagen geschleudert, wo er reglos liegen blieb. Florian Stech nahm offensichtlich in Kauf, dass der Antifaschist hierbei ums Leben kommen könnte. Herbeieilende konnten seine Lage, bis zum Eintreffen des Notarztes, stabilisieren.

Stech war bereits im vergangenen Jahr der Anmelder eines Neonaziaufmarsches in Offenburg. Auch für den diesjährigen Aufmarsch am 22. Oktober ist er als Redner vorgesehen. Er gilt seit Jahren als bekannter Aktivist in der regionalen Naziszene und betreibt in seinem bürgerlichen Leben ein Büro als Versicherungsmakler.

Während der Fahrt ins Krankenhaus musste der Antifaschist in Narkose versetzt und künstlich beatmet werden. Die Untersuchungen ergaben, dass eine Blutung im Gehirn sowie mehrere Hämatome und Prellungen vorliegen. Der Antifaschist wird wohl noch mehrere Tage in der Intensivstation zur Behandlung verbleiben müssen.

Der Vorfall vom vergangenen Samstag verdeutlicht erneut, dass die rechte Szene in Offenburg enorm gewaltbereit und gefährlich ist. Jetzt erst recht ist es notwendig, faschistische Umtriebe in der Region konsequent zu unterbinden.

Für einen entschlossenen Antifaschismus!
Siamo tutti antifascisti!
Quelle: https://linksunten.indymedia.org/en/node/48002

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Heraus zum Antifaschistischen Aktionstag am 8. Oktober in Offenburg!

Am Samstag, den 22.10.2011, wollen Nazis unter dem Motto „Ohne Bauernstand stirbt unser Vaterland! Nur regional ist national.“ in Offenburg aufmarschieren. Wie schon im letzten Jahr, als sie für die nachträgliche Sicherheitsverwahrung von „Schwerststraftätern“ warben, schieben sie auch diesmal ein populäres Thema vor, um ihre menschenverachtende Ideologie in die Stadt zu tragen.

In den vergangenen zwölf Monaten haben faschistische Propaganda und Übergriffe auf vermeintlich politisch Andersdenkende stark zugenommen. Wir werden ihnen Offenburg nicht so einfach überlassen, sondern wollen bereits im Vorfeld eigene antifaschistische Akzente setzen: Agieren statt nur zu reagieren!

Darum veranstalten wir am Samstag, den 8.10.2011, einen antifaschistischen Aktionstag in Offenburg, an dem wir offensiv im Rahmen verschiedener Aktionen zeigen wollen, dass Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen.

Der Tag beginnt um 15 Uhr mit der Demonstration „Nazis no way! Den antifaschistischen Widerstand stärken!“ am Offenburger Bahnhof. Kommt alle – kommt bunt – bringt Transparente – seid kreativ!
Die Demo endet um 17 Uhr an dem von verschiedenen Naziübergriffen betroffenen Jugendzentrum Kessel und geht dort in ein antifaschistisches Straßenfest über. Dort gibt es neben politischen Infoständen auch Essen gegen Spende (Vokü/Küfa), Getränke, gemeinsames Transparente-Malen für den 22.10., Musik sowie Zeit und Platz, sich auszutauschen.
Ab 20 Uhr spielen im Kessel verschiedene Live-Bands und die Theke ist geöffnet. Lasst uns an diesem Tag den Nazis zeigen, dass für sie und ihre Bauernfängerei in Offenburg kein Platz ist!

Antifaschistisches Bündnis Ortenau

Zugtreffpunkte
Material

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Der Aufruf ist online!

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

wir haben den Aufruf online gestellt. Wenn ihr ihn unterstützen möchtet – ob als Gruppe oder als Einzelperson – dann schreibt uns einfach eine Mail an og-nazifrei@riseup.net.

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Antifaschist in Offenburg zu Geldstrafe auf Bewährung verurteilt

Am Montag, den 12.09.2011, wurde ein Antifaschist vor dem Landgericht Offenburg wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zur Zahlung von 30 Tagessätzen à 10 € auf ein Jahr Bewährung verurteilt.

23.10.2010 Offenburg
Vor fast einem Jahr marschierten unter massivem Polizeischutz regionale Nazis unter dem Motto „Nachträgliche Sicherheitsverwahrung ist legitim – keine Freiheit für Schwerststraftäter“ in Offenburg auf. Über 500 Menschen protestierten dagegen und umzingelten die Nazis, so dass diese keinen Meter gehen konnten. Nach 90 Minuten mussten sie die Stadt unverrichteter Dinge wieder verlassen. Dies gelang ihnen nur in einem Wanderkessel der Polizei umringt von hunderten Antifaschist_innen.

In dieser Situation wurde der Angeklagte von zwei Polizisten aus Bruchsal unter Einsatz körperlicher Gewalt in Gewahrsam genommen.

22.11.2010
Der Angeklagte erhält einen Strafbefehl über 650 €.
Ihm wird Körperverletzung, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen. Er legt fristgerecht Widerspruch ein.

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